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Autor: M.Reinhardt 11/2006

Spulenfreier Hf-Breitbandvorverstärker

Üblicherweise sind für einen gewöhnlichen Hf-Vorverstärker der Einsatz von Spulen notwendig. Diese sind recht teuer oder müssen selbst gewickelt werden, was den zeitlichen Aufwand erhöht und die Reproduzierbarkeit erschwert. Hier soll ein Hf-Vorverstärker vorgestellt werden, welcher ohne irgend eine Spule auskommt und dabei zusätzlich eine Phantomspeisung noch möglich ist. Des weiteren ist der Vorverstärker in seinen Bauteilpreisen recht günstig.





Zur Schaltung:

Der Vorverstärker arbeitet mit einem Transistor vom Typ BFP420 (Fa. Infineon). Dieser Transistor besitzt eine hohe Transitfrequenz (25 GHz) und kostet bei Conrad 0,41€ (Stand 1.3.2005, Best.-Nr. 153174). Wird der Transistor mit 50 Ohm an seinem Eingang gespeist, so liegt sein minimales Rauschen im Bereich von Kollektorströmen die knapp unter 4 mA liegen.

Nachfolgend ist die realisierte Schaltung als Schaltplan aufgezeichnet.

Abbildung 1: Hf-Breitbandvorverstärker für Phantomspeisung und direkter Versorgung

Die Schaltung wurde so ausgelegt, daß die Versorgung durch eine Phantomspeisung (12V) oder direkt über eine 12V-Versorgung erfolgen kann. Zu diesem Zweck dient die Doppeldiode (BAT 17-04) und sind die 2 Schutzwiderstände von 390 Ohm vorhanden.Möchte man nur über den Ausgang (HF aus) die Schaltung mit Strom versorgen, so kann natürlich die Doppeldiode (BAT 17-04) und der 390Ohm Widerstand entfallen.

Durch den Einsatz von 100 nF Kondensatoren am Eingang und Ausgang reicht die untere Grenzfrequenz des Vorverstärkers bis in den kHz-Bereich. Nachteil ist, daß im Fall einer Phantomspeisung diese nicht schlagartig angelegt werden darf, da sonst der Transistor schaden nimmt. Ursache ist die geringe zulässige Kollektor-Emitter-Spannung von lediglich 4,5 V. Bis der 100 nF Kondensator aufgeladen ist, fließt eine zu hohe Energie durch den Transistor. Aus diesem Grund wurde ein 56 Ohm Widerstand als Schutz in Serie geschaltet und ein „großer“ Blockkondensator von 4,7µF am 56 Ohm Kollektorwiderstand angebracht. Damit ist die Kollektor-Emitterspannung beim ersten Anlegen einer Phantomspannung von 12 V im ersten Moment „nur“ noch 6 V und der Spitzenstrom ist zusätzlich begrenzt (Innenwiderstand der Phantomspeisung ist damit mindestens 28 Ohm). Wer hier sicher gehen möchte sollte anstelle von 56 Ohm 100 Ohm oder noch mehr in Reihe zum 100 nF Kondensator legen und die selbe Maßnahme auch beim 4,7 nF Kondensator durchführen. Nachteil ist dann, daß bei geringen Frequenzen das S22 am Ausgang der Schaltung sich verschlechtert. Man muß also abwägen, was einem wichtiger ist. Ansonsten sollte die Schaltung ein brauchbares S22 liefern (wurde nicht vermessen), da im wesentlichen bei Frequenzen unter 1 GHz nur der 56 Ohm Kollektorwiderstand die maßgebliche Rolle der Ausgangsimpedanz darstellt. Der Basisspannungsteiler wurde etwas aufwendiger gestaltet, um Rauschspannungen von der Versorgung vom Eingang des Transistors fern zu halten. Auf die 5,6 V Zenerdiode könnte man verzichten wenn sichergestellt ist, daß die Versorgungsspannung nie deutlich über 12 V liegen wird.

Wer also auf die Verarbeitung von niedrigen Frequenzen keinen Wert legt und nur über eine Phantomspeisung mit ca. 12V den Verstärker betreiben möchte kann den Bauteilaufwand der Schaltung nach Abbildung 2 reduzieren (es muß keine Schottkydiode als Verpolschutz gewählt werden).



Abbildung 2: „Vereinfachte“ Version



Aufbau:

Die Schaltung nach Abbildung 1 wurde lediglich auf einer einfachen SMD-Lötpunktplatine aufgebaut (Rastermaß 1,26mm). Die Unterseite der Platine wurde großflächig mit Lötzinn, als Massefläche, überzogen. In Abbildung 3 ist der zugehörige Layoutplan zu finden. Die Quadrate im Hintergrund haben eine Kantenlänge von 1,25 mm, so daß die Schaltung auf einer Fläche von 2,25 cm x 1 cm Platz findet.



Abbildung 3: Layout nach Variante in Abbildung 1



Zwei Photos der Schaltung:



Meßwerte:

Der Verstärker hat eine Rauschzahl von max. 2 dB bis ca. 2,5 GHz, bei einer Verstärkung von 7,5 dB und mehr.

Die Verstärkung ist auf 0 dB gesunken bei einer Frequenz von knapp 6 GHz.



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